Trends

Die Büroeinrichtungen der Zukunft sind «smart»

Globale, aktuell vorherrschende Trends wie Digitalisierung, veränderte Lebensformen, neuartige Bedürfnisse der Generation Y, Individualisierung, Fachkräftemangel, Mobilität und multilokale Arbeitsweisen beeinflussen alle Bereiche der Gesellschaft und jede Wirtschaftsbranche. Die umfassenden Auswirkungen dieser Trends auf die Arbeitswelt sind vielfältig und machen auch
vor der Büroeinrichtung nicht halt – denn wie, wann und wo wir arbeiten, wird sich in Zukunft
genauso verändern wie unsere Einstellung zur Arbeit selbst.

Anstelle der jahrzehntelang proklamierten «Work-Life-Balance» tritt die «Work-Life-Integration», welche die formelle Trennung zwischen Leben und Arbeit aufhebt und die beiden Bereiche miteinander verschmelzen lässt. Durch diese zunehmende Integration von Freizeitaktivitäten in den Arbeitsalltag
wird auch Büroarbeit individueller organisiert und attraktiver gestaltet. Für die Büroeinrichtung
bedeutet dies: Der Trend geht Richtung wohnliche Büroeinrichtungen und Lösungen für mobiles und flexibles Arbeiten.

Als Konsequenz hat der klassische, fixe Arbeitsplatz zunehmend ausgedient – es entstehen vielmehr neue Arbeitswelten, die sich vorwiegend an den Prozessen im Unternehmen und den Tätigkeiten sowie den Bedürfnissen der Mitarbeitenden orientieren.

Trend «Digitalisierung»

Dass sich unsere Welt im Wandel befindet ist uns allen klar – und das nicht erst, seit unsere Kinder Computer, Tablets oder Smart Phones gekonnter bedienen als wir. Mit der Digitalisierung kommen immer schneller neuere Technologien auf den Markt. Beispiele dafür sind die bereits verwendeten 3D-Drucker, hochentwickelte Robotik, grossflächige, berührungssensitive und digitale Oberflächen. Es ist keine neue Einsicht, dass die Digitalisierung Wirtschaft, Gesellschaft und unsere Lebensstile bereits jetzt verändert und noch nachhaltiger verändern wird. Die Digitalisierung hat – unter anderem natürlich – einen ganz konkreten Einfluss darauf, wie wir heute und in Zukunft arbeiten werden.

Die immer intensivere Vernetzung von Informations- und Kommunikationstechnologien wird projektbezogene und längerfristige Kooperationen über Unternehmensgrenzen hinweg fördern. Ausserdem erleichtert sie das hochproduktive Arbeiten in der Gruppe – ohne, dass man sich Face to Face gegenübersitzen muss. Webkonferenzen, virtuelle Teamräume, Document-Sharing: All das ist bereits heute Realität und wird künftig noch viel stärker unseren Alltag prägen. Als Arbeitsumgebung kommt dabei das Büro in Frage, welches aber nicht zwingend wie eines aussehen muss, denn arbeiten kann die Generation Y in der Lounge, im Co-Working-Center oder im Zug.

Der digitale Wandel bringt also neue Produkte, neue Geschäftsmodelle und neue Arbeitsmodelle. Mit Internet-of-Things wird künftig alles miteinander vernetzt: der Mensch mit dem Unternehmen, Prozesse mit Maschinen, Produkte mit dem Menschen. Die Digitalisierung wird als umwälzender und wichtigster Wandel der vergangenen Jahrzehnte beschrieben und mit der Industrialisierung gleichgestellt. Daher ist es naheliegend und selbsterklärend, dass die Digitalisierung die Art und Weise, wie wir arbeiten, revolutionieren wird.

Trend «Wertewandel durch Generation Y»

Der Trend «Wertewandel durch Generation Y» ist ein Teil des globalen Mega-Trends «Individualisierung». Dieser beschreibt das Streben der Menschen nach Autonomie und Selbstbestimmung hin zu einer Vervielfachung der Lebensstile. Höherer Wohlstand infolge höherer Bildung ermöglicht den Menschen in ihrer Lebensführung und -gestaltung ein hohes Mass an Wahlfreiheit. Das Streben nach Selbstverwirklichung bringt unterschiedliche Aspekte mit sich: Wir kommen weg von „Normbiografien“ hin zu lebenslanger und stetiger Aus- und Weiterbildung, viel häufigeren Jobwechseln in komplett unterschiedlichen Bereichen bzw. Branchen und einer noch nie dagewesenen Auswahl an Berufen.

In diesem Zusammenhang ist bei der Generation Y – das sind die zwischen 1985 und 2000 Geborenen - ein tiefgreifender Wertewandel festzustellen. Den Vertretern der Generation Y ist die Sinnhaftigkeit der Arbeit sowie der Stellenwert der Arbeit im Verhältnis zum Privatleben um einiges wichtiger als früheren Generationen.

Dabei geht es nicht so sehr darum, weniger zu arbeiten, sondern vielmehr anders. «Anders» wiederum definiert sich über die Selbstbestimmung. Die Frage lautet also: Von wo aus und wann will ich heute arbeiten? Monetäre Anreize stehen bei dieser Generation zuunterst auf der Prioritätenliste. Sie will sich mit ihrem Arbeitgeber identifizieren, mitreden und setzt ein hohes Mass an Selbstbestimmung voraus.

Prägende Merkmale der Generation Y sind:

-          Die Generation Y wählt ihren Wohnort bzw. Lebensmittelpunkt in Übereinstimmung mit ihren privaten Vorlieben und nur noch selten im Hinblick auf den Standort des Unternehmens.

-          Die Generation Y ist geprägt durch den Wunsch nach einem hohen Mass an Arbeitssouveränität.

-          Die Definition eines «erfolgreichen Menschen» wird sich verändern. Erfolgreich ist in den Augen der Generation Y jene Person, der es gelingt, die «Work-Life-Integration» zu leben. Dieses Thema hat sich zu einem Statussymbol und damit zu einem wesentlichen Kriterium für die Wahl eines Arbeitgebers entwickelt.

Bei der Work-Life-Balance ging es in erster Linie darum, eine Ausgeglichenheit zwischen Arbeits- und Privatleben herzustellen. Heutzutage gibt es keine formelle Trennung zwischen Leben und Arbeiten mehr – vielmehr findet alles parallel statt. Die neue Norm ist also nicht mehr die Work-Life-Balance, sondern die Work-Life-Integration. Dies zeigt sich nur schon dadurch, dass ein Grossteil der Arbeitnehmenden während der Arbeit Internetseiten besuchen, die nichts mit der Arbeit zu tun haben – und umgekehrt. Trendforscher gehen davon aus, dass dies soweit führen wird, dass wir unseren Alltag ganz anders gestalten. Statt von 8 bis 18 Uhr im Büro zu sein und danach Feierabend zu machen, teilen wir unseren Tag nach unseren Bedürfnissen ein: von 8 bis 10 im Büro, danach beim Sport, nach dem Mittag wieder im Büro, von 16 bis 18 Uhr mit der Familie unterwegs und ab 18 Uhr den Rest des Abends im Büro.

Kurz: Statt Geld, Status und Macht – den Werten der gestrigen Arbeitskultur – interessiert sich die Generation Y für drei Dinge: die Sinnhaftigkeit ihres Tuns, die Selbstverwirklichung bei der Arbeit und die Möglichkeit, diese Arbeit in flexiblen Strukturen in ihr Privatleben zu integrieren.

Trend «Fachkräftemangel»

Durch den demografischen Wandel werden sich Struktur und Umfang der Bevölkerung in den kommenden Jahren deutlich verändern: mehr ältere, weniger jüngere Personen und damit weniger Erwerbstätige. Dies stellt Arbeitgeber vor grosse Herausforderungen, da die Erwerbstätigen sich in einem Nachfragemarkt befinden. Dadurch wird Employer Branding für Unternehmen in Zukunft ein absolutes Muss. Mit Employer Branding ergreift ein Unternehmen Massnahmen zur Steigerung der Arbeitgeberattraktivität mit dem Ziel, qualifizierte und engagierte Mitarbeitende durch eine höhere Identifikation und einen emotionalen Bezug langfristig an ein Unternehmen zu binden. Das kann so weit gehen, dass Unternehmen sich längerfristig darüber Gedanken machen müssen, wie sie das Thema «Corporate Life» umsetzen wollen: Konkret geht es hier darum, Mitarbeitende und ihre Familien durch attraktive Angebote für Wohnen, Ausbildung, Gesundheit, Vorsorge und Freizeit an das Unternehmen zu binden.

Was heisst das nun im Zusammenhang mit dem Thema Büroeinrichtung? Der «Employer Branding Report» des Karriereportals Stepstone zeigt, dass «eine gute Arbeitsumgebung und -ausstattung» für Bewerber eine höhere Relevanz hat als finanzielle Anreize, wenn es darum geht, einen potenziellen Arbeitgeber als attraktiv zu beurteilen. Zu einem ähnlichen Ergebnis kommt die Studie «Soft Success Factors» des Fraunhofer-Instituts für Arbeitswirtschaft und Organisation. Sie zeigt einen direkten Zusammenhang zwischen der Attraktivität einer Büroumgebung und dem subjektiven Wohlbefinden von Mitarbeitenden.

Kurz: In einer Arbeitswelt, in welcher die Bedürfnisse und Anforderungen der Mitarbeitenden zentral sind, müssen sich Büros zu Orten entwickeln, welche die Produktivität, Kreativität und Motivation in höchstem Masse unterstützen – zum Beispiel durch unterschiedliche Raumsituationen, Konzentrationszonen oder hochmedial ausgestattete Projekträume. Das bedeutet, dass wir künftig eine intelligente Mischung differenzierter, vielfältiger Arbeitsumgebungen gleichberechtigt und flexibel nutzen. Und das wiederum bedeutet, dass wir uns Gedanken darüber machen müssen, wie wir diese Anforderungen im Sinne des Employer Brandings erfüllen können.

Trend «Mobilität und multilokale Arbeitsweisen»

Gemäss einer Studie des Fraunhofer-Instituts entstehen bis im Jahr 2030 43% der technologischen Innovationen in Asien. Dadurch entwickeln sich interdisziplinäre und interkulturelle Projektteams, die vernetzt zusammenarbeiten, zu einem alltäglichen Bild. Wissensarbeit entsteht also nicht mehr an einem fixen Arbeitsort, sondern überall auf der Welt.

In der Folge wird sich multilokales Arbeiten mittel- bis langfristig durchsetzen. Das bedeutet, dass wir – abhängig von Aufgabe und individuellem Lebenskontext – unterschiedliche Orte und Situationen für die Arbeit nutzen werden. Diese zeitliche und räumliche Flexibilisierung von Arbeit bezieht sich dabei aber nicht nur auf den Verlauf eines Arbeitstages oder einer Arbeitswoche, sondern erstreckt sich immer häufiger auch über längere Phasen, die wir an unterschiedlichen Orten oder in unterschiedlichen Arbeitsumgebungen verbringen werden.

Zusammenfassend bedeutet dies, dass die Entwicklung hin zu flexiblen, multilokalen Arbeitsweisen Unternehmen und deren Mitarbeitenden neue Perspektiven im Hinblick auf eine verbesserte Integration von Arbeits- und Privatleben eröffnet – was wiederum individuelle Lebensstile und Lebensphasen und damit eine gesteigerte Motivation, Effizienz und Bindung der Büro- und Wissensarbeiter mit sich bringt.